Eltern sein, ist nicht schwer- ein Schüler-Abo dagegen sehr

Collage: Su Purol - Ars TexTrendi

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Wer hier in Berlin ein Abo für eine Schülermonatskarte abschließen oder ändern will, hat nicht wirklich viel zu tun. Nur ein paar Handgriffe. Quasi lächerlich wenig. Und zwar dies:

1. zu einem Infostand in der Nähe fahren (20 bis 50 Minuten, je nach Wohnort)

2. sich anstellen (fünf bis 60 Minuten, je nach Andrang)

3. sich einen Antrag aushändigen lassen (eine Seite mit Miniaturkästchen zum Ausfüllen und der Aufforderung, bitte deutlich zu schreiben)

4. sich wieder anstellen (siehe oben)

5. einer/einem freundlichen Angestellten nach Aufforderung gegenüber Platz nehmen ( fünf bis zehn Sekunden, je nach Radius zum Counter)

6. den Antrag abgeben (zwei Sekunden)

7. warten (fünf bis zehn Minuten, je nach Gründlichkeit des Sachbearbeiters/der Sachbearbeiterin)

8. das Stirnrunzeln zur Kenntnis zu nehmen, mit dem das Gegenüber den Antrag prüft (von der Nasenwurzel  bis zum Haaransatz, je nach Gesicht)

9. sich fragen, ob man etwas falsch gemacht/verbrochen/angestellt hat (je nach Schuldgefühls-Modus)

10. eine Kopie des Antrages erhalten (zwei Sekunden)

11. die einem dann wieder weggenommen wird zur abschließenden Überprüfung (immer)

12. den Hinweis erhalten, die Wertmarken würden einem zugeschickt (mit Augenkontakt oder gesenkten Hauptes, je nach Kontaktfreudigkeit des/der Angestellten)

13. den weiteren Hinweis bekommen, dass mit diesen Wertabschnitten eine sog. Trägerkarte in Verbindung mit dem Schülerausweis und einem Passfoto auszustellen ist (zwingend notwendig)

14. und zwar hier

15. nach Hause zu fahren (siehe Punkt 1)

16. die Wertmarken per Post erhalten (drei bis 20 Tage, je nach Trägheit der BVG und des Briefträgers)

17. eine Information lesen, die besagt, dass (drei bis zehn Minuten, je nach Auffassungsgabe und Einfühlungsvermögen des Lesers)

18. auf den Wertmarken die Nummer der Trägerkarte vermerkt werden muss (für ein halbes Jahr 6 x 2 = 12 Minuten, die Nummer ist lang)

19. auf der Trägerkarte die Abo-Nummer zu notieren ist (zwei Minuten bis drei Tage, je nachdem ob und, wenn ja, wo man die Abo-Nummer verlegt hat)

20. mit dem Kind ein Passfoto machen lassen (Fahrzeit inklusive Wartezeit je nach Entfernung und Studio)

21. Wiederholung von Punkt 1, 2, 5, 6 (modifiziert: Wertabschnitt und Passfoto abgeben), 7, 8, 9, 15 (viel bis ausgesprochen viel Zeit)

Schwupps. Und schon ist das Ziel erreicht.

Noch Fragen? Bitte direkt an die BVG, nicht an mich, ich bin noch bei Punkt 18.

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5 Kommentare zu “Eltern sein, ist nicht schwer- ein Schüler-Abo dagegen sehr

    • Wunderbar, lieber ruediger, dann habe ich unwissentlich meine erste Bedienungsanleitung geschrieben. Ich überlege gerade, sie der BVG anzubieten, mit einer weiteren Anleitung, wie sie diese in die Hände bekommt.

      Sollte die beste Tochter von allen doch wieder in Berlin studieren, kann sie mich gerne kontaktieren. Vielleicht haben sich ja die Bedingungen noch mehr vereinfacht.

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