Meine kriminelle Mutter

Collage:  Su Purol (Ars TexTrendi)

Collage:
Su Purol (Ars TexTrendi)

 

…. bekommt einen Anruf der Telefonnummer 0010.

„Hier spricht die Polizei. Sind Sie Frau DPM und fast 70 Jahre alt?“

Bevor sie antworten kann: „Hier spricht die Polizei.“ Manches muss mit Nachdruck gesagt werden.

„Ihr Festnetzanschluss wird seit Monaten überwacht.“

„Aus welchem Grund?“

„Wegen obszöner Anrufe …“ (man beachte den Genitiv.)

„Die ich bekomme??? Oder mache???“

„Sie bekommen die obszönen Anrufe.“

„Ach.“

„Ja.“

„Davon weiß ich nichts. Ich bekomme keine unseriösen Anrufe.“

„Nein?“

„Nein.“

„Doch. Und Sie haben sich 2006 bei einem Gewinnspiel angemeldet.“

„Einem obszönen, vermute ich mal?“

„Das können wir nicht sagen. Aber angemeldet haben Sie sich.“

„Auch davon weiß ich nichts.“

„Sie haben die Teilnahme am Gewinnspiel nicht gekündigt.“

„Ich kündige selten Dinge, an denen ich nicht teilgenommen habe.“

„Wenn Sie jetzt nicht kündigen, ist in wenigen Minuten die Polizei bei Ihnen …“

„Na, dann machen Sie mal. Vergessen Sie das Blaulicht nicht.“

„Und man wird Sie in Untersuchungshaft bringen.“

Mit diesem unheilvollen Satz wird aufgelegt.

Die Polizei kam nicht. Man darf also ungestraft obszöne Anrufe bekommen, an Gewinnspielen teilnehmen und nicht kündigen. Irgendwie empörend.

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6 Kommentare zu “Meine kriminelle Mutter

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