Verdammt und zugedreht

Collage: Su Purol (Ars TexTrendi)

Wenn man …

den Verschluss einer Olivenölflasche zunächst nicht öffnen kann, weil das Fort-Knox-Zeugs drum herum sich hartnäckig nicht an dem vorhandenen Abzieh-Schnöpi entfernen lässt …

diesen dann fluchend und unter oberster „nach-fest-kommt-Finger-ab“-Gefahr mit Hilfe eines Messers nach gefühlten Ewigkeiten endlich entfernen konnte …

sich dann …

der Verschluss selber nicht wie erwartet auf die übliche Bewegung hin öffnet, sondern durchdreht …

man infolgedessen symbiotisch mit durchdreht und schimpft

„Ich kriieg‘ ’ne Kriiise“…

und nun mithilfe eines Messers versucht, die Verschluss-Blockade zu lösen …

was einem auch nicht gelingt …

und man schließlich dunkelrot sehend und fluchend oben mit einem Harakirimesser hineinsticht …

um dann festzustellen, dass darunter undurchdringbares Plastik lauert …

um sich obendrein auszumalen …

dass der momentan leider zu weit entfernte Liebste mit einem triumphierenden Lächeln diesen Verschluss innerhalb von Sekunden besiegt hätte …

…dann fühlt man sich so, wie ich jetzt: mit 1.000 Wutbällchen auf die Verpackungsindustrie, einsam und verlassen, Olivenölflaschen-Verschluss-untauglich und vor allem: öl-los.

Ich brauche Trost.

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23 Kommentare zu “Verdammt und zugedreht

      • Der stammt aus dem Taekwon-Do. Klassisches Kung Fu kennt keine hohen Kicks. Aber ich glaube kaum, dass dich die Unterschiede stark interessieren. Und was du viellleicht aus Filmen kennst, ist meist eine Art „Ballet.“ Einstudierte Szenen, ohne großen Sinn. Echte Kämpfe sehen ganz anders aus.

        Los jetzt, wir gehen in die Grundstellung, fixieren diese doofe Flasche … und … werfen sie dann vor Wut gegen die nächste Wand 😉

  1. Super Foto-Collage. Nach oben gerichtete Bewegungen signalisieren Freude (Beine, Körper), nach unten gerichtete Aggression (Kopf und Hackebeilchen). Also, mit Freude immer feste druff und die Wut abreagieren. Muss auch mal sein, wenn es nur die Flasche ist….

  2. Oh,neee, das Beilchen ist sogar noch oben, ist ganz oben, der höchste Punkt überhaupt – ich imaginiere also das bereits treffende Beil – au weia, wie eilig hab ich es denn, mein Aggressionspotential erledigt zu sehen, au weia… 🙂

  3. …dann doch lieber Trost-Szene: Die Schreie der Verpackungsindustriegeneppten verhallen lautlos im aufkommenden Regennebel Berlins, auch Susis Hilferuf kam nicht bei mir an. Was wohl hätte ich tröstend posten können? Schmeiß das Ding einfach in den Müll. Setz dich einfach gemütlich in den Ohrensessel, bin gleich da und ich bring dir gleich ne neue Flasche vorbei…

  4. Kleiner Tip: Bei widerspenstigen Schraubverschlüssen hilft ein Gummihandschuh 😉
    Ansonsten stelle ich mich aber selbstverfreilich solidarisch mit dir gegen die Verpackungsindustrie (Wo ist die Petition? Wann ist die nächste Demo?) und reiche dir zum Trost ein Taschentuch – wenn wir die irgendwann nicht mehr aus der Packung heraus bekommen, dann sollten wir uns wirklich Sorgen machen ^^

    solidarisch-mitfühlende Grüße von der Isi 🙂

    • Ich habe die Hardcore-Variante bevorzugt, Ich und die Rohrzange gegen die Flasche. Wir haben gewonnen.

      Und die Idee mit der Petition und der Demo ist ganz hervorragend, liebe Isi. Dass ich da nicht von alleine drauf gekommen bin…wenn ich mal nix anderes zu tun habe … also quasi nie, werde ich mich der Angegelegenheit widmen. Oder ich schaue,mich auf ein Kissen stützend, aus dem Fenster und beobachte die Leute.

      Danke für dein Mitgefühl. Das stärkt mich für die nächste Verpackung mit der Aufschrift „leicht zu öffnen“.

      Fröhliche Frühlingsgrüße

      Su

  5. Das Wort „Schnöpi“ gefällt mir auch sehr gut – weißt du denn auch einen Begriff für das komische Trenndings auf Supermarktkassenlaufbändern, für das bisher noch niemand einen Namen gefunden hat?

    • „Schlund zur Hölle für Brötchenkrümel“….äh zu lang und voll daneben, dachte, der Trennschlitz zwischen Laufband und Kasse….vielleicht so: “
      Separierungsgerät“

      • Oder „Separierungs- und-Schlund-zur-Hölle-für-Brötchenkrümel-Überbrückungsgerät“ – das Ding ist schließlich multifunktional einsetzbar!

      • Ich hätte da „Parti“ anzubieten. Von „to part“ = trennen. Kann zu schönen Verwechselungen führen, wenn du den Kunden vor dir oder die Kassiererin/den Kassierer fragst: „Reichen Sie mir mal die Parti?“ Wem das nicht reicht, der fragt „Reichen Sie mir mal das Parti?“, dann kommt eventuell auch noch eine schöne „Welcher-Artikel-ist-nun-der-richtige-Diskussion“ auf, die bei den beiden Bedeutungen für Artikel gerade im Zusammenhang mit dem Einkaufen für komplette Verwirrung sorgen kann. Falls einem mal langweilig wird, da so am Band.

      • oder sie sagt dir, dass es keine party zu verkaufen gibt – verwirrung komplett, und gute laune in der kassenschlange garantiert

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