Tausendundeine Vorlage

animal-17474_1280Freunden gebe ich ja gerne mal ein Küsschen. Und tue ihnen einen Gefallen. Für meine mir persönlich ans Herz gerutschten Lieblings-Rock ’n Roller gilt dasselbe, Das mit dem Gefallen.

So sah ich mich neulich vor die Aufgabe gestellt, die aus heiterem Himmel von schief nach schräg aus dem Drucker kommenden CD-Etiketten der Band wieder ins rechte Format zu rücken.

An und für sich kein Problem. Dachte ich. Denn schließlich stellt ein TÜV-lizenzierter Marktführer für PC-Verbrauchsmaterial nicht nur praktische CD-Aufkleber her, nein, er bietet auch die passenden Vorlagen dafür. Als Download, als Software und sogar online.

Ich hatte also die Wahl. Wie ich feststellen musste, auch die Qual. Während der ich die Definition von „passend“ zu überdenken hatte. Ich habe sämtliche Optionen ausprobiert. Aber nicht aus Neugier, sondern quasi aus der unpassenden Not heraus. Läppische 2,5 Stunden lang. Denn jeder Versuch zog die Nachricht: „hat leider wieder nicht geklappt“ nach sich.

Ich schob den Gedanken des Mäuse-Melkens und „In-die-Tischkante-Beißens“ energisch beiseite und mich mit der Nase und einem Lineal körpernah an den Monitor. Solange, bis ich den angegebenen Außendurchmesser von 117 cm und den Innenlochdurchmesser von 1,7 cm millimünannometergenau und formschön vor Augen hatte. Jetzt weiß ich, was „Maßarbeit“ bedeutet.

So sendete ich die Vorlage (auch dieser Begriff bedarf einer neuen Definition) inklusive Stoßgebet zum Etiketten-Himmel per Email an die Band. Mit folgendem Text:

So….., letzter Versuch mit diesen besch….CD-Etiketten…nach ewigem Hin und Her und 1.ooo verschiedenen Vorlagen und statistischen, mathematischen, physikalischen und purolschen Berechnungen sowie einem bis zwanzig geglückten, aber nicht SPEICHERBAREN Online-Versuchen hier nun eine Word- und eine Pdf-Version, in der die Maße auf jeden Fall und ganz sicher und zu 100 Prozent stimmen…

Wenn das nun immer noch nicht exakt klappt, gibt es morgen die Schlagzeile:

„Bayern, 10. April 2013. Anschlag auf das bekannte Unternehmen „Aversion Zweckfemd & Unförmig“. In den frühen Morgenstunden explodierte gestern eine über den Fahrstuhl deponierte Bombe in den Geschäftsräumen des führenden Etikettenherstellers. Wie Untersuchungen von versierten Sicherheitsbeamten ergaben, bestand die Tatwaffe aus Millionen, deutlich aggressiv zusammengeknüllter und schief bedruckter CD-Etiketten der Produktreihe „Was nicht passt, wird passend gemacht“. Diese war getränkt mit hochexplosivem Nagellackentferner, was auf mindestens eine Attentäterin schließen lässt.  Der Aufdruck ist durch die Detonation nicht mehr identifizierbar, einzig ein Schriftzug konnte erahnt werden: Bock ‚n‘ Baller. Offensichtlich handelt es sich um eine hochfrustrierte Frauen-Terror-Vereinigung aus der Hauptstadt.

Für sachdienliche Hinweise steht die Polizei aus Loyalitätsgründen nicht zur Verfügung.“

Ich bin dann morgen auf dem Weg nach Bayern, falls du mich suchst. Bitte vernichte diese Email sofort aus naheliegenden Gründen.

Su

Tja, was soll ich sagen…ich bekam die Antwort, ich könne den Anschlag abblasen. Wenn also jemand eine Vorlage braucht….

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